Warum 19.995 € in der Automobilbranche ein falscher Preis ist

In meinem Laden mag ich runde Preise: 20.000 €, 19.000 € oder einfach 15.000 €. Also nicht 19.995 €, 18.995 € oder 14.995 €. Nicht, dass das in einem Offline-Laden nicht funktionieren könnte, aber online funktioniert es nicht. Warum nicht?

Wenn man sich die Filter auf den Portalen ansieht, die erstaunlich wenig genutzt werden, dann sieht man, dass viele Preisfelder standardmäßig ausgefüllt sind. Siehe die untenstehende Tabelle.

Bis einschließlich

Marktplaats, Gaspedaal, Autotrack, Autoscout24 und VIABOVAG haben diese Beträge vorausgefüllt. Natürlich kann man sie überschreiben, sofern das überhaupt jemand tut. All diese Filter funktionieren nämlich gleich: Sie sind ‘bis einschließlich’. Und das ist wichtig.

Verwendest du zum Beispiel einen Preisfilter von 18.000 € bis 20.000 €, dann erscheint ein Auto mit einem Preis von 19.995 € in den Ergebnissen, aber auch ein Auto von genau 20.000 €.

Okay, um 5 € bist du der ‘Teuerste’, aber dein Auto wird sehr wohl angezeigt. Mit einer besseren Beschreibung und besseren Fotos bekommst du diesen Klick auf jeden Fall. Aber das Schöne ist: Für 20.000 € bist du auch in der nächsten Filtereinstellung dabei, zum Beispiel von 20.000 € bis 22.000 €. Dann bist du plötzlich der ‘Günstigste’. Mit der richtigen Preisstrategie verdoppelst du potenziell die Anzahl der Views.

Bruchzahlen

Wenn man sich die sogenannten ‘Bruchzahlen’ ansieht, gilt dasselbe. Das sind die Beträge, die von den Portalen voreingestellt sind und auf 500 € enden, wie 7.500 €, 12.500 € und 17.500 €. Hast du also ein Auto um die 17.000 €, dann stelle es nicht für 17.495 € online, sondern für 17.500 €.

Ich selbst wende diese Preisstrategie schon seit Jahren an, nachdem Jasen Rice diesen Ansatz während eines #DCDW-Events mit uns geteilt hat. Seitdem bin ich ein großer Fan davon. Und es funktioniert wirklich!

Beim Herabpreisen liegt die Sache schwieriger. Willst du meiner Strategie folgen, dann musst du eigentlich gleich um 1.000 € heruntergehen statt um 250 €. Deshalb preise ich erst dann herab, wenn ich zuvor alle Lektionen von Rolf Westgeest aus “Voordat je gaat afprijzen” angewendet habe. Ich will maximale Sichtbarkeit auf den Portalen.

Fazit? Mach ruhig, was du in puncto Preisgestaltung selbst willst, aber verschließe die Augen nicht vor der Realität. Auch wenn du es als Porsche-Spezialist schön findest, Preise immer auf 911 enden zu lassen. Vielleicht funktioniert das gerade in dieser Nische ja noch.

Offline, also im Laden, funktionieren Preise, die auf 995 € enden, bestens. Aber online, mit den Filtern, die unsere potenziellen Kunden nutzen, funktioniert es meiner Erfahrung nach weniger gut. Probiere es ruhig selbst einmal aus. Ich bin gespannt auf deine Erfahrung.

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