
Warum ich kein Fan einer „guten oder schlechten“ Preisindikation durch ein Autoportal bin….
5 februari 2026, PaulIn mehreren Ländern um uns herum ist es ganz normal, dass das Automotive-Portal eine Einschätzung des Angebotspreises des Fahrzeugs abgibt. Zum Beispiel: „guter Preis/durchschnittlich/zu teuer“. Mit allen Daten, über die das Portal verfügt, sollte das theoretisch durchaus möglich sein. In den Niederlanden unternahm Autoscout24 vor einigen Jahren einen mutigen Versuch, dies als Beta-Version einzuführen, und der Markt explodierte ihnen ins Gesicht. Mit dem Ergebnis der Entstehung von VASS Niederlande. Danach wurde das Projekt für einige Jahre zur Seite gelegt. Aber natürlich wird es irgendwann irgendwo wieder auftauchen.

In den USA gibt es eine solche Bewertung des Angebotspreises bereits seit Jahren; sie war eine der Erfolgssäulen von Cargurus.com dort. Die Verbraucher fanden es großartig, und wenn man die Verbraucher hat, bekommt man auch das Angebot. Andere Websites wie Cars.com und Autotrader.com folgten daher selbstverständlich diesem guten Beispiel. Verbraucher glücklich, Händler nicht glücklich.
Transparent sein
Es ist nicht so, dass man als Händler keine Transparenz mag! Ich schaue auch täglich bei Indicata • Niederlande nach, wie sich die Preise meiner Autos im Vergleich zum Markt verhalten, wo ich Anpassungen vornehmen muss und welche Autos zu lange stehen. Indicata betrachtet alle Facetten des Fahrzeugs und kommt zu einem Index und einem MDS-Score, der angibt, wie lange das Auto bei diesem spezifischen Preis stehen bleiben würde.
Daten sagen übrigens nicht immer alles. Ein Lynk & Co 01 mit schwarzem Dachhimmel und eine Version mit hellem Dachhimmel, beide aus August 2023 und mit 30.000 km, sind nicht dieselben Fahrzeuge, auch wenn die Daten etwas anderes vermuten lassen. Das eine ist wirklich etwas mehr wert als das andere, aber das lässt sich aus den Daten nicht herauslesen, wenn man zum Beispiel nur die Fahrgestellnummer hat.
Die Daten sagen also nicht alles, und ich finde als Werbetreibender, dass das Portal kein Werturteil über etwas abgeben darf und kann, das ich gerne verkaufen möchte und für das ich auf dieser Plattform Werbekosten bezahle. Denn dann bekommt man Fehlverhalten….
Was ist Fehlverhalten?
Was man um uns herum sieht, und auch in den USA, ist, dass der Werbetreibende anfängt, Tricks anzuwenden. Wie bekommt man den niedrigsten Angebotspreis für das Auto, und was kann man weglassen, um später, wenn der Kunde im Autohaus ist, wieder etwas hinzuzufügen? Also ein verpflichtendes Auslieferungspaket, Garantie, Inzahlungnahmemöglichkeit, verpflichtende Finanzierung und/oder Leasing. Nein, Sie möchten das alles nicht? Dann kostet das Auto nicht mehr 13.000 €, sondern 14.500 €, und dann entpuppt sich diese Bewertung des Verkaufspreises plötzlich als Farce. In unserem Land unternimmt viaBOVAG.nl natürlich einen mutigen Versuch, solche Auswüchse zu verbannen.

Es ist natürlich ein schwaches Argument: etwas nicht zu tun, weil einige im Markt wissentlich und willentlich etwas tun werden, um ganz oben zu landen. Wenn ich jedoch im echten Leben sehe, welche Dinge ein Auto interessant machen oder eben nicht, dann lässt sich das nicht immer in Daten fassen. Wenn dann der Partner, bei dem man wirbt, ein Werturteil abgibt, ohne wirklich Sachverstand zu haben, dann erscheint mir das kein guter Partner zu sein und wir begeben uns auf glattes Eis. Ja, Autoscout.de und Mobile.de machen das auch, aber das bedeutet nicht, dass es letztlich im Interesse des Werbetreibenden und des Besuchers ist.





